Meine Zeit nach dem Abitur!

Von Kassandra Kustra

Nach meinem Abitur war ich zunächst sehr unsicher, was ich in der Zukunft machen wollte. Ich habe viel darüber nachgedacht, welcher Beruf zu mir passen könnte und mit welchem Beruf man sowohl Spaß empfindet, als auch gutes Geld verdienen kann. Ich habe meine Familie und meine engsten Freunde gefragt, in welcher beruflichen Richtung sie mich sehen. Der Rat von engen Mitmenschen war sehr hilfreich, da diese einen manchmal besser kennen, als man sich selbst. Dadurch konnte man einige Ideen sofort ausschließen und andere neue Perspektiven einbringen. Letztendlich habe ich mich für ca. 10 unterschiedliche Sachen in 20 Städten beworben, da ich unbedingt eine Zusage erhalten wollte und ich wusste, dass dies schwierig sein wird, bei dem Doppeljahrgang in diesem Jahr. Meine Favoriten waren Medizin, Musik auf Lehramt in Verbindung mit Deutsch, Jura oder Soziale Arbeit. Medizin war ein Traum, von dem ich von Anfang an wusste, dass es schwer wird, diesen realisieren zu können. Denn der NC liegt bei 1.0 und ich könnte nur durch Wartesemester in diesen Studiengang reinrutschen. Jura hatte mich auch begeistert, aber ich hatte mir diesen Studiengang nicht zugetraut, da es sehr viele Juristen gibt und viele von ihnen arbeitslos sind, da nur die besten gute Berufschancen haben. Der Studiengang Musik-Deutsch hatte leider nicht geklappt, da ich für Musik 2 Monate vorher einen Test hätte belegen müssen. In dieser Zeit hatte ich jedoch noch 2 Abiturprüfungen bevor stehen und ich hatte mich auf Grund dessen noch gar nicht mit Bewerbungen für Universitäten etc. beschäftigt. Dies fand ich sehr schade! Da mich Musik schon von klein auf sehr interessiert hat. Ich habe einige Jahre Klavier gespielt und da mein Interesse für Musik in der Oberstufe immer noch da war, habe ich extra das Gymnasium gewechselt um Musik im meinem Abiturprofil zu haben. Zunächst hatte ich Angst die Schule zu wechseln, aber da ich mit 2 Freundinnen diesen Schritt gewagt habe, war es halb so schlimm. Rückblickend kann ich sagen, dass es das Beste war, was ich hätte machen können. Ich hab so viel Interessantes und Neues in diesem Musikleistungskurs gelernt, zudem habe ich in Musik noch eine praktische Leistung im Abitur erbracht. Diese praktische Leistung habe ich erfolgreich absolvieren können, durch den sehr intensiven und hilfreichen Unterricht von Frau Chen. In dieser Zeit hatte ich so viel Klavier gespielt wie noch nie zu vor, diese Prüfung war eine Herausforderung für mich und hat mir gezeigt, wie viel man erreichen kann, wenn man sich einer Sache vollkommen widmet und viel Zeit darin investiert. Ich hätte mir vorstellen können weiterhin der Musik so viel Zeit zu widmen, wie in diesen 2 Monaten, nur leider hatte es mit dem Musik-Deutsch Lehramtstudiengang nicht geklappt. Für Soziale Arbeit hatte ich reichlich Zusagen bekommen, aber ich hatte mich über das Einkommen der Sozialarbeiter informiert und dort hatte ich zu hören bekommen, dass man nicht viel verdienen würde. Und ich hatte mir gewünscht, ein Mittelmaß zwischen Geld und Spaß beim Beruf zu finden. So kam es dazu, dass ich ungefähr von 20 Bewerbungen 12 Zusagen hatte. Jedoch war ich von keiner meiner Zusagen richtig überzeugt und ich war ziemlich besorgt und hatte Angst davor, dass ich in Zukunft irgendetwas studieren werde, was mir gar nicht richtig gefallen wird. Aber ich wollte mich unbedingt dazu antreiben, irgendetwas zu studieren, um nicht 1 Jahr „Pause“ zu haben. Letztendlich hatte ich darauf geachtet, dass ich nicht weit weg von zu Hause bin, da ich ein Familienmensch bin und sehr viel mit meinen Freunden unternehme. Ich hatte eine Zusage in Kassel erhalten für den Studiengang Wirtschaftsrecht. Da Jura mich interessiert und dies in diesem Studiengang noch mit der Wirtschaft verbunden ist und somit die Berufschancen besser stehen, und der Studiengang auch noch in einer Stadt ist, die nicht weit von meinem zu Hause entfernt ist, entschloss ich mich nach Kassel zugehen. Bis jetzt kann ich mich nicht beklagen und bereue meine Entscheidung ganz und gar nicht! Ich bin zur Zeit im zweiten Semester und ich kann sagen, dass die Inhalte der Vorlesungen mich ansprechen und mir das Studium bis jetzt wirklich Spaß macht. Jedoch ist dieser Studiengang mit sehr viel Zeit und Ausdauer verbunden. Aber ich gehe davon aus, dass man mit der richtigen Einstellung und einem gewissen Fleiß alles schaffen kann. Desweiteren lässt sich sagen, dass die Anfangszeit allein in einer neuen Stadt mit vielen neuen und fremden Gesichtern sehr schwer ist. Man fühlt sich zunächst einsam und oft unsicher, aber ich denke, dass jeder Anfang schwer ist und nach ca. 1, 2 Monaten hatte sich das auch gelegt und es wurde immer besser. Es bilden sich neue Freundschaften, man lernt alleine mit neuen Problemen und Hürden umzugehen und irgendwann wird das Heimweh nach zu Hause geringer. Ich würde behaupten, dass es eine gute Idee war, von zu Hause auszuziehen, da man auf sich allein gestellt ist und man somit sehr früh selbstständig und selbstbewusster wird. Man gewinnt Erfahrungen, aus denen man sehr viel lernen kann und welche einem ein Leben lang weiterhelfen werden. Zudem kann ich nur den Tipp geben, sich rechtzeitig, also sogar noch vor den Abiturklausuren um die eigene Zukunft zu kümmern. Da man so viel mehr Optionen hat und sich noch viele Sachen bis nach dem Abitur ergeben können und man dann nicht unter einem enormen Druck steht und man sich schon länger darauf vorbereiten kann, welche Richtung man später einschlagen wird. Ich bin glücklich mit meiner Wahl und hoffe, dass es in weiterer Zukunft genauso sein wird. Das einzige was wirklich sehr schade ist, dass ich, seit dem ich in Kassel wohne, das Klavierspielen sehr vernachlässigt habe. Da bei mir nicht die Möglichkeit besteht, ein Klavier in der Wohnung unterzubringen und ich höchsten alle 2 Wochen mal zu Hause spielen kann. Ich werde trotzdem versuchen, eine andere Möglichkeit zu finden, um in Kassel Klavier spielen zu können. Denn dies wird für immer mein Hobby bleiben. Musik ist einfach ein Teil von mir und ich weiß ganz genau, wenn ich meinen Studiengang abgeschlossen habe, dass ich wieder regelmäßig Klavier spielen und dieses Hobby nicht aufgeben werde!