Bericht über den 2. Braunschweiger Jugend-Musik-Wettbewerb – von Marike Telgen

An Wettbewerben teilzunehmen macht mir im Grunde überhaupt keinen Spaß – ich mag es nicht, bewertet zu werden und am Ende mitgeteilt zu bekommen, dass ich “besser” oder “schlechter” als die anderen war. Vor allem in der Musik ist das doch immer Geschmackssache.
Dennoch habe ich mich kurzfristig entschieden, am 2. Braunschweiger Jugend-Musik-Wettbewerb am 08.10.2011 teilzunehmen, denn wenn ich eines Tages die Aufnahmeprüfung für Musikerziehung machen möchte, sind Wettbewerbe dafür sicher eine nützliche Erfahrung und Vorbereitung.

Die Vorbereitung auf den Wettbewerb war ziemlich anstrengend für mich, da ich ein 20-minütiges Programm mit Stücken aus 3 verschiedenen Epochen zusammengestellt hatte. Mal ganz abgesehen von den technischen Schwierigkeiten, fiel es mir nicht immer leicht, mich in die einzelnen Stücke gleichermaßen hineinzuversetzen und sie auf unterschiedliche Weise zu interpretieren. Außerdem machte ich mir ständig Sorgen, dass die Jury vielleicht sehr hohe Erwartungen an mich haben würde, weil ich die älteste Teilnehmerin war, und dass der Rest der Teilnehmer nur aus Wunderkindern bestehen könnte, die mich allesamt an die Wand spielen würden.

Als ich bei dem Vorspielen dann dran war, war ich dementsprechend ziemlich nervös, wie eigentlich bei jedem Vorspiel, ich hab es aber zum Glück hinbekommen, die Aufregung noch einigermaßen in Grenzen zu halten. Ich machte so einige technische Fehler, gab mir aber umso mehr Mühe, so viel musikalischen Ausdruck wie möglich zu zeigen.
Da ich nicht unbedingt erwartet hatte, einen Preis zu gewinnen, war die positive Überraschung umso gelungener, als ich hörte, dass ich den 2. Preis in meiner Altersklasse bekommen hatte, wobei ein 1. Preis gar nicht vergeben wurde. Am nächsten Tag durfte ich dann noch ein Stück bei dem Preisträgerkonzert in der Dornse vorspielen.

Insgesamt war der Wettbewerb also eine positive Erfahrung für mich, trotzdem finde ich aber, dass es mehr wert ist, Musik aus Freude und Leidenschaft zu machen, als ständig Preisen, und somit auch den subjektiven Meinungen der Jurys, hinterherzurennen.

Marike Telgen